Kölner Stadtanzeiger
Bekennende Wilms-Fans
Kölner Stadtanzeiger - 5.10.2000
Kölner Stadtanzeiger vom 21.08.00
Der Meister mit den flinken Fingern
Beide sind sie bekennende Wilms-Fans: Ernst A. Klusen, der Musikwissenschaftler
aus Bonn und Marc Reichow, der Pianist aus Solingen. Beiden ist es Anliegen,
Leben und Werk des Witzheldener Lehrersohnes Johann Wilhelm Wilms dem Vergessen
zu entreißen, in das Werk und Biografie lange versunken waren.Ein Konzert in der
Evangelischen Kirche bot dazu am Freitag Gelegenheit. Und auch die
Aktionsgemeinschaft Witzhelden e.V., hat ihren Beitrag geleistet:
Seit letztem Samstag erinnert eine Gedenktafel an Wilms' Geburtshaus
Am Markt an den Musiker und Komponisten.Klusen, der schon 1975 seine
Doktorarbeit über Wilms geschrieben hatte, erzählte von dessen Leben und
Wirken in Amsterdam. Dorthin war er nach kurzer Lehrtätigkeit in Lüttringhausen
und Elberfeld gezogen und bis zu seinem Tode geblieben - als Lehrer, Pianist,
Flötist und Komponist.Neben einigen Fakten aus Wilms' Lebenslauf erfuhren die
Zuhörer in der gut besetzten Kirche von seiner vielschichtigen Persönlichkeit,
die Klusen blumig beschwor, der musikalischen Bedeutung des "vergessenen Meisters"
neben der Wiener Klassik und wie wichtig die Wiederbelebung von Wilms' Schaffen für
die Musikszene im Allgemeinen und die Hebung des lokalen kulturellen Selbstbewusstseins
im Besonderen sei.Marc Reichow hatte dann den einfacheren und überzeugenderen Weg gewählt,
an Wilms zu erinnern: er musizierte ihn am Hammerklavier. Julia Dickson und
Christian Starke (Traversflöten) und Frank Wakelkamp (Cello) waren ihm
dabei in wechselnder Besetzung mit erfreulicher Kompetenz behilflich.
Die ausgewählten Stücke bestätigten die beiden großen Stärken von Wilms.
Er muss ein brillanter Klavierspieler gewesen sein und beherrschte auch
wohl das Spiel auf der Traversflöte. Seine Kompositionen schöpfen die
Spielmöglichkeiten der Instrumente voll aus und geben so den Musikern die
Möglichkeit zu glänzen. Julia Dickson, die schon vor zwei Jahren mit Reichow
ein Wilms-Konzert gab, ist unverändert, technisch wie musikalisch, begeisternd.
Christian Starke, ein Amateur von professioneller Qualität, war ihr ein
ebenbürtiger Duo-Partner. Die große kammermusikalische Erfahrung von Frank Wakelkamp
ist unüberhörbar.Und dass er auch bei schwierigsten Passagen nicht darauf verzichtet,
sein Cello singen zu lassen, ist einfach schön. Schließlich Reichow selbst:
Er hatte sich exzellent auf das Konzert vorbereitet, spielte mit der Präzision
eines Uhrwerkes und holte auch musikalisch alles aus den Stücken, was zu holen war.
Die vier Musiker haben sich um Wilms große Verdienste gemacht, und die Zuhörer
dankten es ihnen mit ebenso großem Beifall.
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Witzheldener Sommerserenade beginnt am 16. Mai
WITZHELDEN (RP). Das Interesse an den Witzheldener Sommerserenaden war auch im
vergangenen Jahr so groß, dass die Reihe im Mai und Juni fortgeführt wird.
Wie gehabt finden alle Konzerte, dieses Mal sind es vier, jeweils dienstags um
19 Uhr in der Evangelischen Kirche im Witzheldener Zentrum statt. Veranstalter
sind der Verkehrs- und Verschönerungsverein Witzhelden und das Kulturamt der Stadt
Leichlingen.
Die bunteste Stilmischung von Renaissance bis Ragtime gibt es beim
Abschlusskonzert der diesjährigen Sommerserenade am 27. Juni. "Duophonie",
das sind Ruthilde Holzenkamp (Akkordeon), Petra Naethbohm (Blockflöte) und als
Gast Christian Starke (Blockflöte), spielt unter anderem Werke von Johann Wilms
aus Witzhelden.
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Rheinische Post vom 22.08.00

CD vom Witzheldener Konzert in Kürze erhältlich
Quartett wird zu Wilms-Ensemble
WITZHELDEN (RP). Nach dem Kammerkonzert von Freitag Abend zu
Ehren von Johann Wilhelm Wilms entschlossen sich die vier Musiker,
das "Wilms-Ensemble Witzhelden" zu gründen. Dies teilte Traversflötist
Christian Starke der Rheinischen Post mit. Eine CD vom Konzert wird in
etwa drei Wochen in den Witzheldener Geschäften erhältlich sein.
In Kürze wird eine Internationale Johann Wilhelm Wilms-Gesellschaft
gegründet. Wilms-Experte Dr. Klusen glaubt, die Zeit sei nun reif für
eine Wiederentdeckung des Witzheldener Künstlers.

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Musik von Wilms
WITZHELDEN (RP). Der berühmteste Sohn Witzheldens stand im Zentrum der
dritten von vier Sommerserenaden in der Evangelischen Kirche. Johann Wilhelm Wilms,
dem man im vergangenen Jahr mit einer Gedenktafel am Geburtshaus ein Denkmal in der
Heimat setzte, gerät mehr und mehr ins Bewusstsein, nachdem seine Musik über 100 Jahre
hinweg in Vergessenheit geraten war. Das ist Menschen wie Dr. Ernst A. Klusen zu verdanken,
der 1975 seine Dissertation über den Witzheldener Lehrersohn schrieb, der später in
Amsterdam die niederländische Nationalhymne komponierte.
Er war beim Serenaden-Konzert dabei und verriet, dass er demnächst Wilms-Kompositionen
in Deutschland herausbringen werde. Und es ist den Praktikern zu verdanken, die dafür
sorgen, dass Wilms Werke in Konzerten aufgeführt werden, damit sich Hörer live von der
Qualität des Komponisten überzeugen können. Christian Starke setzt sich dafür ein.
Der Witzheldener Bürger, der vor einem Biologiestudium Blockflöte und Fagott studiert hat,
spielte als Gast der Duophonie mit. Das Duo in der ungewöhnlichen Besetzung von Flöte und
Akkordeon sorgt immer wieder für neue Hörerlebnisse. Petra Noethbohm wechselt zwischen den
Stücken oder einzelnen Sätzen die Flöten oder greift zur Oboe.
Ruthilde Holzenkamp hat zwar "nur" ihr Akkordeon, aber das lässt sie die
Klangfarben ändern wie ein Chamäleon, um jedem Stück seinen eigenen, besonderen
Charakter zu verleihen. Bei Wilms lustigen Variationen zum Thema "Lieber Augustin"
erinnerte das Akkordeon einer Drehorgel. Ganz anders behandelte Ruthilde Holzenkamp
ihr Instrument bei Musik aus dem 17. Jahrhundert. Als Begleiterin einer Riccio-Canzona
schaffte sie es, einen lautenähnlichen Klang zu imitieren. In einer Fiocco-Sonate aus
dem 18. Jahrhundert verließ sie zwischenzeitlich den Status des Begleitinstrumentes und
mischte die Farbe eines tiefen Blasinstrumentes dazu.
Die Duophonie ist ein bestens aufeinander eingestimmtes Ensemble. Man ist sich einig in
Tempofragen, und Ausdruck, atmet den gleichen musikalischen Geist.
Da fügte sich Christan Starke als Gast bestens ein, mischte mit im
Ausdruck wendiger, barocker Spielfreude, von der Telemanns Triosonate
F-Dur durchdrungen war, in der das Akkordeon den Part des Basso Continuo übernahm.
Rheinische Post vom 28.06.01